siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.

Mittwoch, 30. August 2017

Migrant*innen, Berichte aus der libyschen Hölle: “Wir wurden als Sklaven verkauft, geschlagen und dann gezwungen, in die Boote einzusteigen”

Repubblica.it – Monatelang Gewalt und Willkür, als Sklaven gehalten zu werden ohne jeglichen Kontakt zu internationalen Institutionen bis hin zu der erzwungenen Überfahrt nach Italien: In den Erzählungen der 3 Afrikaner, die in den letzten Monaten die italienische Küste erreicht haben und jetzt innerhalb des Projekts OpenEurope von Oxfam, Borderline Sicilia und Diaconia Valdese betreut werden, werden immer wieder die gleichen Fakten geschildert.



Montag, 21. August 2017

„Licht am Ende des Tunnels oder wie die Abschottung Europas zu einer menschlichen Tragödie wird“

Schiffe, die von Italien nach Libyen transferiert werden, ein Verhaltenskodex für Seenotrettungs-NGOs, der keinerlei legale Basis hat, Einschüchterungsversuche durch die italienische Regierung und durch Teile der libyschen Küstenwache, die massive Kriminalisierung der Seenotrettung, all das lässt uns an längst vergangenen Zeiten erinnern. Damals, 2004, als die Cap Anamur Menschen rettete und die Retter dafür fünf Jahre vor Gericht saßen. Die EU und Italien schließen Abkommen mit einem libyschen Staat, der nicht existiert. Die Ankünfte in Italien gehen zurück, weil Libyen nun den Polizisten spielt – ohne Rücksicht auf die Lebensbedingungen der Geflüchteten in libyschen Gefängnissen und connection houses. Ein Überblick von Judith Gleitze, borderline-europe/Borderline Sicilia, Palermo

Freitag, 11. August 2017

Minderjährige minder geschützt? Von der Landung bis zur Volljährigkeit: Bestandsaufnahme von Aufnahmezentren in Ost-Sizilien

Der Hotspot von Pozzallo sieht seit einigen Monaten einen Container für die „Aufnahme“ unbegleiteter Minderjähriger und Familien vor. Ein Ort, der jenen „gewidmet“ ist, die nach der Landung eigentlich nur einen Zwischenstopp im Hotspot einlegen sollten. Aber leider werden sie dort rechtswidrig zu einem längeren Aufenthalt gezwungen, mit der Erklärung, dies sei „normal und nicht zu verhindern“. Selbst manche Organisationen, die sich eigentlich für die Rechte von Geflüchteten einsetzen sollten, nehmen diese Lage widerspruchslos hin. Sie sehen davon ab, diese Zustände anzuprangern. Ihnen ist wichtiger, sich ein Stück vom Kuchen zu sichern, den das gewinnträchtige Unternehmen der Flucht bereithält, anstatt jene, die ankommen, zu schützen.

Montag, 7. August 2017

Retter*innen kriminalisieren und Bewaffnete unterstützen: Die neuen Strategien im Kampf gegen die Migrant*innen

Das Schiff Golfo Azzurro der NGO Proactiva ist am Donnerstag Morgen im Hafen von Catania eingelaufen. An Bord befanden sich 490 Migrant*innen, darunter zahlreiche Überlebende eines Schiffsunglücks. Mindestens acht Menschen sind ums Leben gekommen, sie werden auf dem Schiff Vos Hestia an Land gebracht. Der Verdacht bleibt, dass weitere tote Körper verschwunden sind, die zu schnell vom Meer verschluckt wurden.

 

Freitag, 4. August 2017

Nach der Ankunft bleiben die Menschenrechte auf der Strecke. Der Fall des Außerordentlichen Aufnahmezentrums von Rosolini

Mohamed und Ahmed (Namen von der Redaktion geändert) kommen am ersten Juli auf Sizilien an. Das schwedische Schiff Bkv 002, das sie mitten auf dem Meer aufgenommen hat, bringt sie zusammen mit weiteren 650 Migrant*innen und neun Leichnamen in den Hafen von Catania. „Es war unglaublich, als Europa nur noch zwei Schritte entfernt war“, beschreiben sie ihre Landung. So enthusiastisch klingen sie jedenfalls noch bei unserer ersten Begegnung im Hafen von Catania. 

Migrant*innen im Hafen von Augusta (Provinz Syrakus)

Mittwoch, 2. August 2017

Die Aufnahme in Agrigent, Trapani und Palermo: Durcheinander, Chaos und Verwahrlosung

Das Spiel um Menschenleben geht weiter – Europa befindet sich in einer Sackgasse, deren einzige Folge der Tod einer gesamten Gesellschaft ist. Der Refrain, den wir jeden Tag zu hören bekommen, lautet „Invasion“ und „lass uns ihnen helfen, dort wo sie zu Hause sind“. Dieser Reim hat Wiederausbrüche eines schleichenden Rassismus verursacht, der in unseren Städten, von Aosta im Norden bis Palermo im Süden, wie auch in kleineren Zentren, wie Castell’Umberto und Porto Empedocle, zu hässlichen Zwischenfällen geführt haben.
Protest der Kaufleute von Porto Empedocles (AG) gegen die Eröffnung eines Zentrums für Minderjährige

Mittwoch, 19. Juli 2017

Newsletter SICILIAMIGRANTI - Juni 2017

  • Ein System, das die Menschenwürde mit Füßen tritt: von der Prozedur der Identifikation bis hin zum Leben in den Aufnahmezentren.
  • Schuldig aufgrund von Solidarität. Die Kriminalisierungskampagne gegen die Hilfeleistung für Migrant*innen geht weiter
  • Die behelfsmäßige Aufnahme der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten: Business auf dem Rücken der Jüngsten.
  • Aus den Augen verloren. Besuch im CAS* “MONDONUOVO” von Testa dell’Acqua (SR)
  • Weiter Rückführungen aus Lampedusa, während sich die Situation in den Hotspots verschlechtert.
  • News: Trapani, im Hotspot das stündlich fünf Migrant*innen aufnimmt (seit Dezember 2015). Auf dem Weg zu einer Zink-Barackenstadt für Migrant*innen in Messina-Bisconte.
  • Events: Kontroversen in der europäischen Migrationspolitik – Schutzgewährung versus Grenzsicherung (KideM). Startschuss für die Crowdfundingkampagne von Thraedable, einem sozial engagierten Unternehmen, das von Ausgrenzung erzählende Schicksale in faire Kleidung verwandelt.
  • Informationen und Kontakt